JAHRESKREIS


 


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 JULI

       Der Sonne war er immer schon verbunden,
       er macht gefühlt uns sorgenlos,
       für die Geselligkeit in vielen Stunden
       wird er von uns als Hochstimmung empfunden,
       der Juli ist schon irgendwie famos.


       Die schattenspendenden Kastanienbäume,
       am Tisch gemeinsam mit dem Freundeskreis,
       nach außen weiten sich die Lebensräume,
       das ist der Tanz der schönsten Sommerträume,
       dafür verdient der Juli einen Preis.


       Und dann sind da die lauen Sommernächte,
       manch Feuer haben sie in uns entfacht,
       wohl dem, der unter Silbermonds Geflechte
       bis zum Gesang der Lerche sie verbrächte -
       wer nicht zum Zug kommt, hat was falsch gemacht.


       In Schwärmen knipsen eignen Lichtes Schalter
       Leuchtkäfermännchen werbend aus und an,
       aus Raupen werden nun Zitronenfalter,
       der rote Fingerhut wird bunter Waldgestalter
       und Sommerwiesen ziehen uns in Bann.


       Der Juli hat von Caesar seinen Namen,
       solch Denkmalsetzung sind wir ja gewohnt.
       Auch Namen aus der deutschen Sprache kamen,
       wie Heuet, Heuert und dem einprägsamen,
       mehrdeutig angehauchten Honigmond.

 

       Der Mai bedeutet werben durch Idylle,
       der Juni zeigt sich durch Verbindlichkeit,
       der Juli bietet uns Genuss und Fülle,
       wenn Städte öd sind, leergefegt und stille
       ist es August und das ist Reisezeit.

 

 

Das Mantra der Grillen

 

Eine Grille heißt Sibylle,
und die Klatschweibschwatzbazille
trifft Luise auf der Wiese,
denn auch diese ist präzise
wie Sibylle eine Grille.


Grillenzirperfritzen sitzen
liebeshitzigwild in Ritzen,
Grillenweibchenwerbung treibend                    
resonanzersprießlich reibend
Untervorderflügelspitzen.


Balznotständigschrill im Grase
zirpen sie im Übermaße,

schallen prall in Intervallen,
um den Weibchen zu gefallen
in Testosteronekstase.


Gillenmachos stridulieren,
mantrahaft sie garantieren
in der Szene notabene                        
edelstangesehne Gene,
auf die Grillen spekulieren.


Wonnensüchtig sucht Sibylle
aus der schrillen Grillen Fülle
den mit größter Lauerpower.
Quickiekurze Liebesdauer -
und schon ist sie Mama Grille.


Die Devise von Luise,
auf der Wiese sicher ließe
noch was Besseres sich finden,
statt sich torschlusshaft zu binden,
führte diese in die Krise.

 


 

El Grillo

von Josquin de Prez (1440 - 1521)

gesungen vom Brasilianischen Ensemble Anonimus

           


El grillo è buon cantore
Che tiene longo verso.
Dalle beve grillo canta.
Ma non fa come gli altri uccelli
Come li han cantato un poco,
Van de fatto in altro loco
Sempre el grillo sta pur saldo,
Quando la maggior el caldo
Alhor canta sol per amore.

Bild: Grillenweibchen wikipedia/heigeheige/Heinz Fuchs

Die Grille ist ein Meistersänger,
vor allem ist ihr Lied viel länger,
vergleicht man es mit Vogelarten,
die singen schnell und fliegen fort.
Jedoch die Grille bleibt am Ort,
um treu der Liebsten aufzuwarten.
Wenn heiß die Mittagsonne glüht
singt sie ihr Grillenliebeslied.

übertragen von Ralf Schauerhammer/Hoche

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